Amtszeit des ersten Kinderbürgermeisters der Stadt Erlensee Leonard Renkel endet bald – Zeit, Bilanz zu ziehen

Amtszeit des ersten Kinderbürgermeisters der Stadt Erlensee Leonard Renkel endet bald – Zeit, Bilanz zu ziehen

Kürzlich trafen sich Kinderbürgermeister Leonard Renkel und Bürgermeister Stefan Erb zu einem letzten gemeinsamen Gespräch, um das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen. Denn am 31. August 2025 wurde Leonard zum ersten Kinderbürgermeister der Stadt Erlensee gewählt, ein Pilotprojekt, welches die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen am Geschehen in Erlensee erhöhen sollte.

Der mittlerweile 11-jährige Leonard Renkel hat im vergangenen Jahr viel erlebt und auch einiges erreichen können. Es fanden regelmäßige Besprechungen mit Bürgermeister Erb statt. Hier wurden insbesondere die Punkte, die er in seiner Bewerbung als wichtig benannt hatte, bearbeitet.

Beispielsweise fand eine Begehung der Spielplätze statt und es konnte erreicht werden, dass am Spielplatz in der Friedensstraße eine neue Hangrutsche errichtet wurde. Am Spielplatz in der Wusterwitzer Straße wird demnächst das Spielgerüst erneuert.

Auch eine Fahrt mit der Ortspolizei durch Erlensee fand statt, in der Leonard auf gefährliche Stellen für Kinder im Straßenverkehr hinweisen konnte. In dem Zuge richtete er einen Appell an die Erlenseer Bürger, ihr Auto nicht auf der Straße zu parken, wenn ein Stellplatz oder Garage zur Verfügung steht, um diese übersichtlicher für Kinder zu machen.

Gemeinsam mit anderen Kindern wurde der Kinderstadtplan aktualisiert, der nun sowohl gedruckt als auch in digitaler Form vorliegt. Weiterhin fanden erste Planungen zu einem „Platz der Kinderrechte“ gemeinsam mit dem Kinderschutzbund und interessierten Kindern statt.

Er erhielt viele Einladungen zu Veranstaltungen, zum Beispiel zu der Großübung der Jugendfeuerwehren des Main-Kinzig-Kreises an der Georg-Büchner-Schule, wo er mit auf die Drehleiter durfte oder zu der feierlichen Eröffnung der Ev. KiTa Fröbelstraße und des neuen Jugendzentrums JUZ twenty seven.

Leonard wurde bei der Baumchallenge nominiert und erfüllte sich einen eigenen kleinen Wunsch: er pflanzte gemeinsam mit dem Stadtservice einen Kirschbaum für Alle im Limespark.

Die Liste der Aktivitäten ist sehr lang, und Leonard resümiert: „Es war für mich ein sehr lehrreiches und spannendes Jahr. Besonders aufregend fand ich den Filmdreh mit RTL und den Besuch des HR in Frankfurt.“ Er habe sich aber entschieden, nicht noch mal zu kandidieren, da es schwer sei, alles unter einen Hut zu bringen: Freunde, Schule, Familie, Hobbys. „Außerdem möchte ich anderen Kindern auch die Gelegenheit geben, diese tolle Erfahrung zu machen“, schließt er weltmännisch seine Reflexion ab. Dass Leonard ein außergewöhnlich besonnenes und wortgewandtes Kind ist, zeigte sich bereits bei seiner Antrittsrede, die er bei der Eröffnung des KiFaZ Sandweg aus dem Stehgreif vor allen Besuchern abhielt und Bürgermeister Stefan Erb so beeindruckte, dass dieser kurz sprachlos war.

Die Eltern von Leonard, Elvira und Thomas Renkel, begleiteten Leonard regelmäßig zu den vielen Terminen, die zu absolvieren waren und oft war auch Ronald, der vierjährige, nicht minder beredete Bruder mit von der Partie.  

Aber nicht nur die guten Seiten des Jahres wurden bei dem Abschlussgespräch hervorgehoben. Es wurde gemeinsam überlegt, was verbesserungswürdig ist. So regte Thomas Renkel, von Beruf her Lehrer, an, im kommenden Jahr die Schulen vor Ort stärker in das Projekt einzubinden, um mehr Kinder zu erreichen. Leonard habe in vielen Situationen eine Sonderrolle gehabt und Kinder hätten sich nicht getraut, zu ihm zu kommen, um mit ihm über ihre Vorstellungen zu sprechen. Das Interesse an seiner Person sei überwiegend von lokalen Akteuren, Erwachsenen, ausgegangen, die seine Meinung und Unterstützung zu kinderrelevanten Themen erfragt haben.

Diese Anregung nahm Bürgermeister Stefan Erb gerne auf und konnte von ersten Plänen in diese Richtung berichten: „Wir planen zum Beispiel, den Platz der Kinderrechte im Rahmen einer Schul-AG oder mit dem Kids Club des TKJE zu gestalten. Wir wollen vermehrt dort hin gehen, wo Kinder sich sowieso aufhalten. Denn die Erfahrung hat auch uns gezeigt, dass Kinder nicht unbedingt schriftlichen Einladungen aus dem Rathaus folgen, zumal die Nachmittage heutzutage meist mit Lernen und Hobbys zum großen Teil verplant sind.“

Aber noch sind nicht alle Amtsgeschäfte von Kinderbürgermeister Leonard erledigt. Die Grashüpfer Stiftung hatte Leonard Renkel im Frühjahr dieses Jahres 1.500 Euro gespendet, für die Kinder von Erlensee. Er entschied sich, damit den Wunsch vieler Kinder nach einer Tischtennisplatte im Limespark zu erfüllen. Mit Unterstützung der Stadt Erlensee wird diese voraussichtlich noch Ende August aufgestellt werden. Diese möchte er gerne mit einem Match gegen Bürgermeister Stefan Erb einweihen.

Und schließlich wird er gemeinsam mit dem Bürgermeister bei einem großen Kinderfest am 30. August (KiFaZ Sandweg), das er tatkräftig mit organisiert hat, die oder den neuen Kinderbürgermeister/-in bekannt geben und ins Amt einführen. „Selbstverständlich werde ich, wenn es gewünscht ist, der oder dem neuen Amtsinhaber/-in mit Rat und Tat zur Seite stehen. Auch bei der Gestaltung des Platzes der Kinderrechte werde ich mich weiter aktiv beteiligen“, teilt Leonard am Ende seiner letzten gemeinsamen Sitzung mit Bürgermeister Stefan Erb mit.

In der Zeit vom 17. bis zum 28. August 2026 können alle Kinder im Alter von 10 bis 15 Jahren die oder den neuen Kinderbürgermeister/-in wählen. Auf www.erlensee.de kann man sich vorab über die Kandidaten informieren. Rückfragen zu dem Projekt beantworten Hannah Lidig, Tel.: 06183/9151-515, Mail: hlidig@erlensee.de oder Sandra Wunder, Tel: 06183/9151-501, Mail: swunder@erlensee.de 

Leonard und sein „Team“ v.l.: die Eltern Elvira und Thomas Renkel,Kinderbürgermeister Leonard Renkel, Bürgermeister Stefan Erb, Fachdienstleitung Sandra Wunder stehen vor einem Erlenseer Gemälde

BU: Leonard und sein „Team“ v.l.: die Eltern Elvira und Thomas Renkel, Bürgermeister Stefan Erb und Fachdienstleitung Sandra Wunder stehen vor einem Erlenseer Gemälde