DAZ - so klappts

Elternabend zum Thema „DAZ – So klappt´s“

Kindertagesstätte „Habakuk“, 26.08.2025

Die Gemeindepädagogin Liesa Oster veranstaltete in enger Zusammenarbeit mit der Kita-Leitung Manuela Kreuzer einen informativen Elternabend zum Thema „DAZ – So klappt´s“. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie Kinder mit Migrationshintergrund in den ersten Jahren erfolgreich die deutsche Sprache erlernen können. Zahlreiche Eltern, die Kinder mit DAZ (Deutsch als Zweitsprache) in der Einrichtung haben, folgten der Einladung und erfuhren viel über die Bedeutung der frühkindlichen Sprachentwicklung.

Sprachförderung im Kita-Alltag
„Die Sprachentwicklung der Kinder ist eine wichtige Grundlage für alle weiteren Lernprozesse“, eröffnete Frau Oster die Veranstaltung. Der Abend bot einen umfassenden Überblick darüber, wie das Team der Kita die Sprachentwicklung von Kindern, die Deutsch als Zweitsprache lernen, im Alltag gezielt unterstützt. Besonders im Kita-Alter sei es wichtig, den Kindern vielfältige Sprachimpulse zu geben, um ihnen den Zugang zur deutschen Sprache zu erleichtern.

Praktische Tipps für zu Hause
Besondere Aufmerksamkeit galt den praktischen Ratschlägen für den Alltag. „Es geht nicht nur darum, in der Kita mit den Kindern zu sprechen, sondern auch zu Hause“ betonten die beiden Pädagoginnen. „Jede noch so kleine Kommunikation fördert das Sprachverständnis.“ Eltern erhielten konkrete Vorschläge, wie sie zu Hause mit ihren Kindern spielen und sprechen können, um die Sprachentwicklung zu unterstützen. So seien einfache Rituale wie das gemeinsame Singen von Liedern, Vorlesen von Bilderbuchgeschichten oder Alltagsgespräche bei den täglichen Aktivitäten sehr hilfreich. Das Wichtigste hierbei ist echtes Interesse und geteilte Aufmerksamkeit.
„Wichtig ist, dass Eltern in ihrer eigenen Sprache mit ihren Kindern sprechen, damit das Kind eine starke Mehrsprachigkeit entwickeln kann“, fügte Frau Oster hinzu, die auch stundenweise die gezielte Sprachförderung in der Kita übernimmt. Mehrsprachigkeit sei eine große Stärke und biete den Kindern viele Vorteile. Die Muttersprache ist die Grundlage für alle weiteren Sprachen. Kinder, die sicher in ihrer Muttersprache sind, lernen eine neue Sprache meist problemlos.

Der Weg zur erfolgreichen Integration
Frau Kreuzer betonte, dass Deutsch als Zweitsprache nicht nur ein Mittel zur Verständigung sei, sondern auch ein Schlüssel für die gesellschaftliche Integration. „Indem Kinder die Sprache verstehen und sprechen lernen, gewinnen sie Vertrauen und Selbstbewusstsein“, erklärte sie. Sie erfahren „Meine Stimme zählt“ und „Mir wird zugehört“. Sie berichtete von zahlreichen positiven Erfahrungen, bei denen Kinder, die anfangs mit sprachlichen Schwierigkeiten in die Kita kamen, durch gezielte Sprachförderung immer selbstsicherer wurden und aktiv am Gruppenleben teilnahmen. Als starken Zusammenhang erkennen wir über die jahrelange Erfahrung, dass es ausschlaggebend für den Erfolg ist, wie im Elternhaus mit Sprache umgegangen wird.

Eltern als aktive Unterstützer

Ein zentraler Punkt des Abends war, wie Eltern als aktive Partner im Sprachförderprozess agieren können. Eltern wurden ermutigt, regelmäßig mit ihren Kindern zu sprechen, ihnen zuzuhören und auf deren Sprachversuche einzugehen. „Kinder lernen am besten, wenn sie erleben, dass ihre Eltern ein aktives Interesse an ihnen und ihren Aussagen haben.“, so die Pädagoginnen.

Offener Austausch und Fragen der Eltern

Im Anschluss an die Präsentation konnten die Eltern ihre Fragen stellen und sich untereinander austauschen. Viele waren besonders interessiert an den Möglichkeiten der Sprachförderung zu Hause und den Angeboten der Kita, die Kinder zusätzlich unterstützen könnten. Die Kita-Leitung wünschte sich neben dem Interesse an den anderen Kulturen, auf die bei der Jahresplanung zukünftig mehr Rücksicht genommen werden soll, auch mehr Beteiligung an der deutschen Kultur. „Die Kinder werden größtenteils in Deutschland geboren und wachsen hier auf, so dass es wichtig ist, sich auch aktiv an den Festen und Feiern des Jahreskreislaufs zu beteiligen“, so Frau Kreuzer.
So ergab es sich, dass für die vorhandenen Kulturen ein Ansprechpartner festgelegt wurde, mit dem nun ein intensiverer Austausch stattfinden soll, um mehr voneinander zu erfahren und Brücken zu bauen, für eine gelingende Integration.
Der rege Austausch musste zur fortgeschrittenen Stunde unterbrochen werden. Da es aber noch weiteres Interesse am Thema gibt, wird zeitnah ein weiterer Themenabend stattfinden.

Sprachförderung beginnt zu Hause

Der Abend zeigte einmal mehr, wie wichtig frühzeitige Sprachförderung für die spätere Bildung und Integration von Kindern ist. Eltern und Pädagoginnen betonten, wie wertvoll die Zusammenarbeit ist, um den Kindern die bestmöglichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche sprachliche und soziale Entwicklung zu bieten.
Ein wichtiger Punkt ist, dass der Grundstein für eine positive sprachliche Entwicklung in den ersten drei Lebensjahren gelegt wird. Ein Defizit, dass hier entsteht, kann später durch Kita und Schule nicht mehr ausgeglichen werden. Darum ist es enorm wichtig, dass Eltern informiert sind, welche sprachlichen Interaktionen mit ihren Kindern förderlich sind und welche nicht.
„Sprache ist der Schlüssel zur Welt. Wir wollen gemeinsam dafür sorgen, dass jedes Kind in unserer Kita die besten Chancen hat, sich sprachlich zu entfalten und in unserer Gesellschaft anzukommen“, fasste Frau Oster abschließend die Veranstaltung zusammen.


Unterstützt wurden die beiden Veranstalterinnen von ehrenamtlichen Integrationslotsen aus dem Familienbüro Weilburg und einer arabischen Kollegin. So konnte der Vortrag auf vier Sprachen präsentiert werden. Dafür herzlichen Dank!